Meditation aus gelebter Tradition: nonduale Tiefe, Hridaya und Yoga Nidra — in Freiburg und online
Ich meditiere seit 1987 und lehre kontemplative Praxis aus lebendigen Traditionen — dem nondualen Kashmir Shivaismus, der Hridaya-Meditation („Meditation des Herzens“) und dem Yoga Nidra. Als Langzeitmeditierende nehme ich gelegentlich an neurowissenschaftlichen Meditationsstudien an der Universität Freiburg teil und sprach 2025 auf dem Kongress „Meditation und Wissenschaft“ in Berlin.
Was ist Meditation — jenseits von Entspannungs-Apps?
Meditation ist weitaus mehr als ein kurzfristiges Werkzeug zum Stressabbau per Smartphone-App. In den authentischen kontemplativen Traditionen stellt sie einen profunden Weg der Bewusstseinsschulung dar – das Erkennen jener klaren, unbewegten Präsenz, die hinter dem ständigen Rauschen von Gedanken und Gefühlen liegt.
Ich lehre diese Tiefe aus jahrzehntelanger, gelebter Praxis: nicht als isolierte Zehn-Minuten-Technik, sondern als integrativen Lebensweg, der eine fundamentale Klarheit, innere Stille und eine transformierte Beziehung zum eigenen Erleben eröffnet.
Was sagt die Wissenschaft über Meditation?
Der populäre Diskurs reduziert Meditation häufig auf ein rein funktionales Mittel zur Leistungssteigerung oder Entspannung. Die moderne kognitive Neurowissenschaft offenbart jedoch, dass tiefgehende Meditationspraxis eine umfassende Reorganisation der Gehirnarchitektur bewirkt, die weit über bloße Erholung hinausgeht. Im Zentrum dieses Prozesses steht das sogenannte Default Mode Network (DMN) – ein Zusammenschluss von Gehirnregionen, der massiv aktiv ist, wenn der menschliche Geist unkontrolliert in Sorgen, Zukunftsplänen oder Vergangenheitsanalysen kreist. Studien belegen konsistent, dass kontinuierliche Achtsamkeits- und Meditationspraxis die Aktivität in den Hauptknotenpunkten dieses Netzwerks, insbesondere im posterioren zingulären Kortex und im präfrontalen Kortex, signifikant herunterreguliert, siehe Cooper et al 2022. Diese Deaktivierung des neuronalen "Autopiloten" korreliert direkt mit einer Abnahme von unbewusstem Gedankenwandern (Mind-Wandering) und einer drastischen Reduktion von emotionaler Reaktivität. Anstatt lediglich Symptome von Stress zu lindern, greift authentische Meditation tief in die neuroplastischen Strukturen ein und ermöglicht es dem Praktizierenden, sich aus den automatisierten Narrativen des Egos zu lösen. Dieser wissenschaftlich verifizierte Prozess spiegelt exakt das wider, was die alten Weisheitstraditionen als die Befreiung des Geistes beschreiben.
Für eine tägliche Praxis zu Hause habe ich Videos und eine Brochure mit täglichen kleinen Übungen.
Her findest du sie.
Yoga Nidra — der yogische Schlaf als Meditation im Liegen
Eine besondere Form der Meditation ist Yoga Nidra, der „yogische Schlaf“: eine geführte Praxis im Liegen, in der der Körper tief entspannt und der Geist wach bleibt. Sie stammt aus der tantrischen Tradition und ist heute die zugänglichste Tür in die kontemplative Tiefe — auch unter dem modernen Namen NSDR bekannt.
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Meine Praxis wurzelt in mehreren lebendigen Linien: der nondualen Meditation des Kashmir Shivaismus (Trika), die ich bei Bettina Bäumer vertiefe; der Hridaya-Meditation, der „Meditation des Herzens“; dem Yoga Nidra aus der tantrischen Tradition. Diese Tiefe unterscheidet meinen Unterricht von generischen Angeboten.
Die nonduale Dimension: Kashmir Shivaismus und das Trika-System
Während viele verbreitete Meditationstechniken – wie Focused Attention (FA) oder Open Monitoring (OM) – eine subtile Dualität zwischen dem Meditierenden und dem Meditationsobjekt aufrechterhalten, verfolgen nonduale Traditionen wie das Trika-System einen radikal anderen Ansatz. Das Ziel ist das Nondual Awareness (NDA), ein offenes, konzeptfreies Gewahrsein, das der Subjekt-Objekt-Spaltung vorausgeht. Diese hochgradig subtile Bewusstseinsform findet eine faszinierende Bestätigung in der modernen Gehirnforschung. Neuroimaging-Studien (fMRT) an erfahrenen Praktizierenden zeigen, dass nonduale Meditation die übliche Antikorrelation zwischen nach innen gerichteten (DMN) und nach außen gerichteten (CEN) Gehirnnetzwerken aufhebt. Der zentrale Precuneus, eine Schlüsselregion im posterioren parietalen Kortex, fungiert dabei als essenzieller Knotenpunkt, der diese Netzwerke funktionell integriert und synchronisiert. Wenn Praktizierende in der Trika-Tradition beschreiben, dass das Bewusstsein sich in seiner eigenen grenzenlosen Natur ausruht und die Welt nicht länger als separates Konstrukt wahrgenommen wird, beschreiben sie exakt jenen neurologischen Zustand höchster Integration. Diese tiefe Verankerung in echten Übertragungslinien und gelehrter Expertise, gepaart mit neurowissenschaftlicher Plausibilität, bildet das Fundament meines Unterrichts.
Welche Meditationstraditionen lehre ich?
Die Neurowissenschaft der Transformation
Langjährige, ernsthafte Meditation formt das Gehirn und das subjektive Erleben dauerhaft um. Dazu fanden auch an der Universität Freiburg Studien statt. Als Langzeitmeditierende wurden auch an meinem Gehirn die Veränderungen im MRT gemessen. Es ist diese gelebte, erforschte Tiefe, die den Übergang von einer bloßen Übungstechnik hin zu einer profunden Lebensveränderung markiert.
Die Wirksamkeit fortgeschrittener kontemplativer Praxis lässt sich heute bis auf die molekulare und netzwerktechnische Ebene des Gehirns zurückverfolgen. Die Wissenschaft der Neuroplastizität belegt, dass das Gehirn durch wiederholte mentale Ausrichtung seine eigene Struktur physisch verändert. Forschungen an Langzeitmeditierenden, in die auch meine eigene Praxis im Rahmen hochkomplexer bildgebender Studien (EEG-fMRT) an der Universität Freiburg eingeflossen ist, zeigen, dass jahrelange Bewusstseinsschulung die kortikale Dicke in Regionen erhöht, die für exekutive Funktionen, Empathie und Interozeption – die präzise Wahrnehmung innerer Körpervorgänge – verantwortlich sind. Gleichzeitig kommt es zu einer Reorganisation der funktionellen Konnektivität: Das Gehirn lernt, effizienter zwischen verschiedenen kognitiven Zuständen zu wechseln, ohne im reaktiven Stressmodus steckenzubleiben. Auch wenn viele Studien mit Achtsamkeitsmeditatio durchgeführt wurden, erklären diese strukturellen Veränderungen auch, warum tiefe Meditationstraditionen wie Hridaya (die "Meditation des Herzens") oder das tantrische Yoga Nidra nicht nur temporäre Entspannung bieten, sondern das fundamentale Identitätserleben (den "narrativen Kern" des Selbst) nachhaltig entschärfen und transformieren.
Für eine tägliche Praxis zu Hause habe ich Videos und eine Brochure mit täglichen kleinen Übungen.
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Yoga Nidra — der yogische Schlaf als Meditation im Liegen
Eine besondere Form der Meditation ist Yoga Nidra, der „yogische Schlaf“: eine geführte Praxis im Liegen, in der der Körper tief entspannt und der Geist wach bleibt. Sie stammt aus der tantrischen Tradition und ist heute die zugänglichste Tür in die kontemplative Tiefe — auch unter dem modernen Namen NSDR bekannt.
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Wenn man (die Atemenergie außen) oder innen anhält, dann erscheint am Ende ein Zustand, der ‘Ruhe’ genannt wird, und durch die Energie (des Friedens) offenbart sich der göttliche Frieden.
Vijnana Bhairava, Vers 27, Übersetzung Bettina Bäumer